Die Umsetzung einer angemessenen Erinnerungskultur nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 erfordert eine sorgfältige und sensible Abwägung aller potentiell durch eine Installation berührten Gruppen. Während manche Menschen sich ein deutlich sichtbar ins Stadtbild integriertes Mahn- und Denkmal wünschen, fühlen sich andere durch die ständige Präsenz einer Erinnerung möglicherweise gestört und im Bewältigungsprozess der Katastrophe beeinträchtigt. Unter Berücksichtigung all dieser wichtigen und nachvollziehbaren Sichtweisen setzte sich der Stadtrat in seiner letzten Sitzung abermals mit der Thematik auseinander und traf eine Grundsatzentscheidung.
Bei der Entscheidung über den potentiellen Verbleib des Fragments der Maria-Hilf-Brücke, das nach der Flut im Kurpark Bad Neuenahr angespült worden war, spielt neben der ständigen Sichtbarkeit eines potentielles Mahnmals für die Anwohnerinnen und Anwohner auch der Hochwasserschutz im Überschwemmungsgebiet eine wichtige Rolle. Auf Grundlage einer hydraulischen Untersuchung, die beim Verbleib des Wracks eine erhöhte Wasserspiegellage und Fließgeschwindigkeit der Ahr im betreffenden Bereich ergeben hat, empfiehlt die städtische Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft die Entfernung des Fragments. Nach erneuter Abwägung und Beratung in den beteiligten Ausschüssen beschloss der Stadtrat mehrheitlich, dass das Wrack nicht im Kurpark verbleiben soll. Die Stadt prüft stattdessen einen alternativen Standort.
Eine Entscheidung hat der Stadtrat auch hinsichtlich des Projektes „DenkAHR“ getroffen, das der Produktentwickler, Künstler und Designer Jochen E. Diedenhofen aus Lind als zentrales Denkmal erarbeitet hat. Das Projekt – ein großformatiges, freistehendes Bauwerk - kann für die Stadt kostenneutral über einen eigens zur Realisierung und Pflege gegründeten Verein finanziert werden.
Die Stadt begrüßt den hochwertigen Konzeptentwurf und würde das Projekt gerne in Bad Neuenahr-Ahrweiler umsetzen. Auf der Suche nach einen geeigneten Standort sprach sich der Stadtrat mehrheitlich für eine Verortung im Kaiser-Wilhelm-Park im Stadtgebiet aus. Dort kann durch die Nähe zur bestehenden Kriegsopfer-Gedenkstätte eine „Achse des Gedenkens“ entstehen.