Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist der Igel kein Waldtier, sondern ein Stadtbewohner, der sich gerne in städtischen Gärten und Grünanlagen aufhält. Igel lieben Hecken, Stauden, Blumen und Kräuter sowie wilde Ecken mit hohem Gras, Totholz, Trockenmauern, Kompost- und Laubhaufen. Weil aufgeräumt Flächen und durchstrukturierte Gärten die notwendigen Lebensräume für den Igel und auch dessen Möglichkeiten, Nahrung und sichere Ruheräume für den Winterschlaf zu finden, immer weiter zurückdrängen, ist dieser inzwischen eine bedrohte Art.
Der westeuropäische Braunbrustigel steht seit kurzem auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Eine der Hauptgefahren für den Igel stellt neben der zunehmenden Durchstrukturierung von Gärten die nächtliche und abendliche Nutzung von Mährobotern dar. Da der natürliche Instinkt des Igels bei Gefahr nicht Flucht, sondern Einrollen ist, und sich Mähroboter zunehmend leise bewegen, geraten immer häufiger Igel in die Klingen. Dadurch wird die durch Straßenverkehr und die schwindende Insektenpopulation bereits bedrohte Art weiter gefährdet. Die Stadtverwaltung bittet daher die Bürgerinnen und Bürger darum, spätestens ab Eintritt der Dämmerung keine Rasenmähroboter mehr zu betreiben oder diese ganz besonders im Blick zu behalten. Hiervon profitieren auch andere nachtaktive Wildtiere, für die Mähroboter ebenfalls eine Gefahr darstellen können.
Aber auch darüber hinaus kann man den tierischen Mitbewohnern etwas Gutes tun: Im Sommer helfen zum Beispiel flache Trinkschalen und Durchschlupfmöglichkeiten in der Gartenbegrenzung, weil gerade Igel in einer Nacht große Reviere ablaufen. Zudem ist es sinnvoll, Gartenbeleuchtung in der Nacht komplett auszuschalten, da diese insbesondere nachtaktive Wildtiere und Insekten durch die Unterbrechung des natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus anlocken, irritieren und sogar deren Tod verursachen können.
Infolge der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 haben die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und das gesamte Ahrtal auch einen gravierenden Einschnitt der Biodiversität und Artenvielfalt erlebt. Um den Schutz und die Rehabilitation der heimischen Tierwelt zu fördern, bittet die Stadt um verstärkte Rücksichtnahme gegenüber der Natur.